6. Forderung

Sichere Unterkunft und ausreichend medizinische Versorgung für alle Menschen! Insbesondere für Geflüchtete, Obdachlose, sowie für Frauen, die zu Hause von männlicher Gewalt betroffen sind!

In Gemeinschaftsunterkünften und ANKER-Zentren besteht eine besondere Ansteckungsgefahr. Sicherheitsvorkehrungen, wie räumliche Trennungen, können nicht eingehalten werden und der Zugang zu medizinischer Versorgung wird durch das Asylbewerberleistungsgesetz extrem erschwert. Bisher gibt es für die BewohnerInnen der Lager in Deutschland quasi keine Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus. Dazu kommt die Gängelung durch Behörden, wie z.B. in Suhl, wo über 500 Menschen in Quarantäne gehalten und durch die Polizei am Verlassen des Geländes gehindert werden. Die Situation ist europaweit – insbesondere in den Massenunterkünften – extrem zugespitzt bis verheerend. Deswegen fordern wir eine Evakuierung der Lager, eine dezentrale und sichere Unterbringung und Zugang zu medizinischer Versorgung! Ausführliche Erklärungen und Forderungen gibt es vom Flüchtlingsrat Bayern sowie Women in Exile.  

Auch Obdachlose brauchen sichere Unterkünfte und Zugang zu medizinischer Versorgung. Obdachlosenunterkünfte sind überlaufen und müssen tagsüber oft verlassen werden. Während Menschen auf der Straße leben müssen und dadurch ihre Gesundheit gefährdet ist, nimmt der Leerstand in unseren Städten zu. Wir fordern die Öffnung von leer stehenden Wohnungen und befürworten Besetzungen!

Die Perspektive, aufgrund der Ausbreitung von Covid19 zu Hause isoliert zu sein, ist für viele Frauen keine beruhigende Aussicht. Männer verüben (sexuelle) Gewalt und Femizide am häufigsten im Nahbereich. Das Zuhause ist für Frauen in der patriarchalen Gesellschaft eben nicht automatisch ein sicherer Ort. Es gibt erschreckende Meldungen aus Österreich und China: Dort kam es in der Quarantäne zu einem starken Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Kinder durch (Ehe-)Partner. Die Frauen konnten dieser Gewalt aufgrund der Reise- und Ausgangsbestimmungen schwerer entkommen, als ohnehin schon. Deshalb fordern wir mehr finanzielle und räumliche Kapazitäten für Frauenhäuser und Frauennotrufe ebenso wie für Männernotrufe. Wir fordern die Öffnung von leerstehenden Wohnungen, damit sich Frauen selbst eine sichere Unterkunft nehmen können.